Aufzucht
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| Sie
haben die Anschaffung eines Pulis in Erwägung gezogen, mein Kompliment, Sie
haben einen gute Entscheidung getroffen. Zukünftig wird Ihnen, wenn Sie nach
Hause kommen, immer ein ehrlicher, guter, schwanzwedelnder Freund entgegenkommen.
Sie werden gemeinsam viel Spass haben, nie mehr einsam sein, Ihrer Gesundheit
bekommt das Spazierengehen bestimmt sehr gut und wenn zu Ihrem Haushalt auch noch
Kinder gehören, ist das Team komplett! Wo finde ich nun einen Puli? Will ich einen schwarzen oder einen weißen? Soll es ein männlicher oder weiblicher Hund werden? Möchte ich nur einen guten Kameraden oder plane ich selbst einmal zu züchten? Lassen Sie sich von diesen Fragen nicht verwirren! Der klassische Puli aus der ungarischen Puszta ist schwarz! In den letzten Jahren hat aber vermehrt der weiße Puli Sympathien gewonnen. Und - ich spreche aus Erfahrung - mehr Arbeit macht ein Weißer auch nicht. Wo bekommen ich nun einen Hund her? Meine Empfehlung ist, kaufen Sie bei einem Züchter der nach den Richtlinien des VDH - Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. - züchtet. Das heißt, dass dieser Züchter einem der beiden Vereinen angeschlossen sein muss die für Pulis das Zuchtbuch führen. Das ist einmal der KfUH - Klub für Ungarische Hirtenhunde e. V. als der am längsten bestehende Verein, und später wurde der PuK - Deutscher Puli Klub e.V. gegründet, dieser betreut ausschließlich die Rasse Puli. Bei Züchtern beider Vereine können Sie sicher sein verantwortungsvolle ,Puli-Eltern' anzutreffen. Alle Informationen bekommen Sie bei einem Besuch der websites dieser Vereine. Sie können sich natürlich auch einen Puli aus Ungarn mitbringen, dabei sollten Sie wissen, dass die meisten der dortigen Züchter keine Röntgenuntersuchungen ihrer Hunde machen. Bei deutschen Züchtern wird die Zuchtzulassung nur bei negativem Befund auf HD Erkrankungen gegeben. So, Sie haben einen Züchter kennen gelernt, der einen Wurf erwartet. Er wird Sie irgendwann einladen sich diesen Wurf einmal anzusehen und vielleicht schon Ihren neuen Hausgenossen als Baby kennen zu lernen. Schauen Sie sich den Wurf genau an, schon bei diesen kleinen Rackern kann man schon Rückschlüsse auf den kommenden Hund ableiten. Der Züchter wird Ihnen behilflich sein wenn Sie ihm Ihre Vorstellungen nennen. Möchten Sie lieber eine Hündin oder einen Rüden? Hündinnen sind meistens etwas weicher, verschmuster, machen aber zwei Mal im Jahr mit ihrer Hitze mehr Arbeit. Rüden sind häufig ein bisschen aggressiver, auch anderen Hunden gegenüber und brauchen manchmal eine konsequentere Hand! Machen Sie nicht nur einen Besuch! Beim letzten Mal, vor dem Abholen, nehmen sie eine frisch gewaschene Decke mit . Diese Decke sollte den Geruch des Wurfs bekommen, vielleicht schläft die Mutter mal darauf. Mit dieser Decke können Sie dann zu Hause den Trennungsschmerz Ihres neuen Hausgenossen ein wenig verringern. Wenn Sie planen, dass Ihr neuer Hausgenosse nicht bei Ihnen im gleichen Raum schläft, seien Sie konsequent! Es kann sein, dass zwei Nächte Ihre Nachtruhe gestört wird. Aber dann ist Ruhe! Hier hilft die ,Schmusedecke'. Ein verantwortungsvoller Züchter gibt Ihnen einen schriftlichen Futterplan mit, möglichst auch für die nächsten 2 - 3 Tage das gewohnte Futter. Hier möchte ich keine Empfehlungen aussprechen, die Futterindustrie hat für junge, alte, dicke, dünne, große, kleine Hunde immer das richtige Futter anzubieten. Hier richten Sie sich am besten nach den Empfehlungen des Züchters. Sie erhalten dann auch sofort den Impfpass mit dem Hinweis wann die weiteren Impfungen vorzunehmen sind. Die Ahnentafel, wird Ihnen vom Züchter, nach der Erstellung beim zuchtbuchführenden Verein, zugeschickt. Zu der Erziehung Ihres kleinen Rackers gibt es kiloweise Fachliteratur, in Mode sind zwischenzeitlich auch Hundeschulen gekommen, Hundepsychologen diplomiert und auch nicht. Die Presse und das Fernsehen haben sich des Themas auch schon angenommen. Ich weiß gar nicht wie die früheren Generationen von Menschen und Hunden ohne das ausgekommen sind! Ich möchte hier nicht die Bedeutung dieser Institutionen infrage stellen, sie haben sicherlich ihre Berechtigung bei Problemhunden und Menschen die noch nie Umgang mit Hunden hatten. Unsere Pulis sind durch Generationen Gehorsam gewohnt, was sie brauchen ist viel Liebe, Ansprache und Konsequenz und noch mal Konsequenz. Wenn Sie die Möglichkeit haben in Ihrer Umgebung einen Hundeverein zu haben der Kurse zur Begleithundprüfung veranstaltet, nehmen Sie daran teil. Das macht Spass und dort bekommt Ihr Hausgenosse die einfachen und notwendigen Dinge beigebracht die ein Hund wissen sollte um in allen Situationen auf der Straße oder auch zu Hause ein angenehmer Kamerad für uns zu sein. Wem es Spass macht kann sich auch mal mit Agility oder Dog dancing beschäftigen, unsere Hunde sind dafür geeignet. Aber es gibt auch sonst unheimlich viel was ein Puli lernen kann und auch möchte! Außer unseren Pulis gibt es nur noch eine Hunderasse, auch ein Ungar, den großen Kommondor der die gleiche Eigenart des Fells hat. Damit unterscheidet sich unser Wuschel von allen anderen Hunden. Mit der Pflege des Fells kann man nicht früh genug beginnen, selbst wenn es noch nichts zu zupfen gibt, fangen Sie früh an mit den Fingerspitzen durch die Haare ihres kleinen Pulis zu gehen. Er wird das gern haben und auch später das sogenannte Zupfen , d.h. Trennen der Haarlocken bis auf die Haut, als angenehm empfinden. Haare wachsen unseren Hunden leider nicht nur an den sichtbaren Stellen, sondern auch in den Ohren! Hier sollte man auch früh anfangen die feinen Härchen mit den Fingerspitzen herauszuzupfen, ist im Anfang nicht sehr angenehm, muss aber sein. Wenn man früh genug damit angefangen hat, gibt es später keinen Protest. Durch die lange Behaarung an den Ohren sind diese relativ schwer und es kommt nicht viel Luft in die Ohrmuschel, deshalb ist die Gefahr der Ohrenentzündung bei allen Hunderassen mit hängenden Ohren z.B. auch bei Spaniels, groß. Bei meinen ausgewachsenen Hunden schere ich die Innenflächen der Hinterschenkel um die Scheide und den After, damit können sich unsere Lieblinge auch besser sauber halten. Achten Sie einmal bei Ihrem ausgewachsenen Hund ob sich zwischen den Zehen kleine Fellpolster bilden, die führen dann dazu dass unser Hund plötzlich, ohne erkennbare Ursache, humpelt. Wie lang sie die Haare dann
wachsen lassen wollen, ein ausgewachsener Puli braucht etwa 4 - 5 Jahre bis er
seine ganze Haarpracht entfaltet, hängt von Ihrem Geschmack und Ihre Duldsamkeit
ab. Ein Puli mit seiner Schnürenpracht bis auf die Erde ist schon ein imponierendes
Bild. Leider lässt er sie natürlich auch an den Dingen die er damit
auf der Straße oder im Wald aufsammelt teilhaben. Als letztes möchte ich Ihnen noch mit auf den Weg geben, Hunde neigen mehr oder weniger zu Zahnsteinbildung. Wenn Sie das feststellen, kaufen Sie entweder sich dann eine Hundezahnbürste und dazu Hundezahnpasta, bitte nicht mit Menthol! Also keine human Zahnpasta! Und putzen ein- bis zweimal die Woche oder Ihr Tierarzt hilft Ihnen dann regelmäßig mit seinen Instrumenten. Lassen Sie es nicht zu weit kommen, sonst muss der Tierarzt unter Narkose arbeiten und das ist nicht gut für Ihren Geldbeutel und die Gesundheit Ihres Hundes. H.G.Z. |